Unsere Pflanze des Monats: Die Hortensie

Aus vielen Gärten sind sie heute nicht mehr wegzudenken, ihr üppiges Grün und die leuchtenden Blütenbälle erfreuen das Auge. Die Rede ist von der Hortensie, die nicht nur zum Hingucker schlechthin im Garten taugt, sondern sich auch auf Balkon und Terrasse großer Beliebtheit erfreut.

 

Zwischen geliebter Schönheit und „Metzgerblume“

Zur Gattung gehören 80 Arten und unzählige Sorten, die seit Jahren immer beliebter werden. Ob klassisch im „Bauerngarten“ oder stylisch zwischen Palettenmöbeln auf der „chilligen“ Terasse, die Hortensie macht überall eine gute Figur.
Ursprünglich war die Hortensie in Nordamerika, den Anden und vor allem Ost- und Südostasien beheimatet.
Sie wuchsen vornehmlich in feuchten Laubwäldern auf kalkarmen, humusreichen Böden. Der botanische Name – Hydrangea – stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Wasserkanne“, ein Hinweis auf den hohen Wasserbedarf der Pflanze. Welchen Stellenwert die großblütigen, kompakten Sträucher in der Gartenkultur haben, zeigt ihr deutscher Name – er basiert auf dem lateinischen Wort „hortus“ für „Garten“.

Im 18. Jahrhundert vom Botaniker Philibert Commerson von seiner Weltumsegelung aus China nach Europa importiert, war dies der Startschuss einer steilen Karriere. Nach und nach eroberte sie die europäischen Gärten und kam dank der berühmten preußischen Königin Luise so richtig in Mode, da diese die zarten Hortensienblüten liebte. Nach einer Hochphase im 19. Jahrhundert sank der Stern der Hortensie jedoch wieder und wurde ab Mitte des 20. Jahrhunderts als altbackenes „Kommunionsgesteck“ verunglimpft und verkam zur Dekoration so mancher Metzgertheke – als bunter Tupfer zwischen Leberkäse und Mettwurst.

Heute sind Hortensien wieder sehr beliebt und durch viele neue Sorten schöner, vitaler und blütenreicher als jemals zuvor.

 

Typisch Hortensie

Die Pflanzen wachsen strauchartig und bilden breite, aufrechte Kronen. Typisch sind die vielen Grundtrieb mit hellgrauer, filziger Rinde, die frischen Trieb sind zunächst saftig grün und reifen im Laufe der Zeit nach.
Bis auf die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) werden die Sträucher selten höher als zwei Meter, die meisten Arten bleiben eher kleiner.

Die Blätter sind meinst breit eiförmig bis elliptisch, einige Arten besitzen einen gesägten Rand.

Die Blätter der meisten Hortensien sind gegenständig, breit eiförmig bis elliptisch. Bei einigen Arten besitzen sie einen scharf gesägten Rand. Eine prächtige orangerote Herbstfärbung zeigen die gelappten Blätter der Eichblatt-Hortensie (Hydrangea quercifolia), sofern die Pflanze an einem sonnigen bis absonnigen Platz auf einem nicht zu nährstoffreichen Boden wächst.

Bei den Wildarten sind Blütenrispen länglich bis breit, sie besitzen im Randbereich weiße, rosafarbene, rote oder blaue Schaublüten, die Insekten anlocken sollen. Die grünlichen, eher unauffälligen Blüten befinden sich im Zentrum und für die Fruchtbarkeit der Hortensie zuständig.

Die Garten-Hybriden, die normalerweise im Gartenhandel erhältlich sind, haben nur noch Schaublüten, so dass diese im Fachjargon „steril“ sind, sich aber bei den Insekten großer Beliebtheit erfreuen.

Bei den meisten Garten-Hybriden sind diese jedoch ebenfalls in Schaublüten umgewandelt – die Pflanzen sind also steril.

Hortensien sind vorgetrieben ab Mai in den Gärtnereien erhältlich, im Garten erstreckt sich die Blütezeit von Juni bis September. Aber auch danach sind die Blütenstände noch äußerst dekorativ; die Blüten verfärben sich zunächst blass grün und leuchten auch im Herbst noch in rötlichen Farbtönen.

 

 

So mag es die Hortensie

Die meisten Arten wachsen am liebsten im Halbschatten, gerne auch als Gruppenpflanzung unter größerem Gehölz, einige haben aber auch nichts gegen einen sonnigeren Standort. Voraussetzung ist immer ein lockerer, feuchter (man denke an die „Wasserkanne“) und humusreicher Boden, der leicht sauer ist und einen ph-Wert zwischen 5 und 6 hat.

Neu gekauften Hortensien ist es oftmals etwas zu eng in ihrem Topf, so dass sie sogenannte Spiralwurzeln ausbilden. Eigentlich sind Hortensien aber Flachwurzler; deswegen ist es wichtig die spiralig gewachsenen Wurzeln beim Austopfen zu entfernen, damit sie das Anwachsen der Pflanze nicht erschweren und der Strauch einen guten Start im heimischen Garten hat.

Das Pflanzloch sollte unbedingt groß genug und die Erde gut gelockert sein, damit sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können. Beim Einsetzen ins Pflanzloch sollte man darauf achten, dass der obere Teil des Wurzelballens und der Boden auf gleicher Höhe abschließen.
Danach müssen alle Lücken mit Erde aufgefüllt werden. Damit die frisch gepflanzte Hortensie ersten Halt findet, treten erfahrene Gärtner die Erde nach dem Pflanzvorgang etwas fest.

Der wichtigste Griff zum Abschluss des Auspflanzens sollte unbedingt der zur Gießkanne sein, eine ausgiebige Wassergabe ist unerlässlich! Unbedingt beachten: Besonders in den ersten Tagen nach der Pflanzung sind regelmäßige Wassergaben besonders wichtig.


Das schmeckt Ihrer Hortensie – Pflegetipps

Wie bereits mehrfach erwähnt ist die ausreichende Wasserzufuhr das A und O für das gute Gedeihen Ihrer Pflanze. Zum Gießen eignet sich am besten Regenwasser oder enthärtetes Trinkwasser.
Deutliches Zeichen für Wassermangel sind die zur Mittagszeit hängenden Blätter, dies tritt vor allem an heißen Sommertagen auf und ist eine deutliche Aufforderung Ihrer Hortensie!

Die Hortensien sind nicht nur beim Gießwasser sehr fordernd, sie sind sogenannte Starkverzehrer und brauchen aus diesem Grund stets ausreichend Nährstoffe.
Zum Düngen empfiehlt sich spezieller Hortensien- oder Rhododendrondünger, den Sie natürlich auch in Ihrer Gärtnerei Orschel erhalten.
Wer die ökologische Düngevariante bevorzugt, kann auch auf Rinderdung-Pellets zurückgreifen.

Wichtig: Hortensien sollten nur bis Ende Juli gedüngt werden, damit die neuen Triebe bis zum Herbst ausreifen können und die Pflanze bereit für die kälteren Wintermonate ist.

Eine Besonderheit sind die blauen Hortensienblüten, diese entstehen nämlich nicht von selbst, sondern nur durch die richtige Düngung und nur bei einigen Sorten der Bauernhortensie.
Diese ändern je nach Bodenreaktion ihre Blütenfarbe: Bei höheren pH-Werten blühen sie rosa, bei niedrigen blau. Für eine kräftig blaue Blütenfarbe muss der pH-Wert des Bodens in der Regel bei 5 liegen. Je saurer er ist, desto mehr Aluminium-Ionen kann die Pflanze aufnehmen – sie sind für die blaue Blütenfarbe verantwortlich. Um die Blaufärbung zu unterstützen, gießt man die Hortensien während der Blütenentwicklung einmal wöchentlich mit Regenwasser, in dem man zuvor drei Gramm Aluminium-Sulfat (Alaun, erhältlich in Apotheken) pro Liter Wasser aufgelöst hat.

 

Nach der Saison – Rückschnitt und Überwinterung

Der Schnitt Ihrer Hortensie richtet sich stets nach dem Wuchsverhalten der Pflanzen.
Bauern- und Tellerhortensien legen Ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr an; deswegen schneidet man im zeitigen Frühjahr nur die erfrorenen Triebe und die alten Blütenstände ab.
Ball- und Rispenhortensien bilden ihre Knospen erst im Laufe des Frühjahrs an den neuen Trieben an. Hier kann man einfach alle Blütentriebe aus dem Vorjahr bis auf zwei Augen stutzen.
Die Hortensie treibt nach einem beherzten Rückschnitt umso kräftiger aus und dankt es dem Gärtner mit besonders schönen und großen Blüten.

Auch im Winter fühlt sich die Hortensie in unserer Klimazone auch im Garten wohl. Zwar friert sie in kalten Wintern mehr oder weniger stark zurück, nach dem Rückschnitt im Frühling treiben die Sträucher aber wieder aus.
Sollte der Winter einmal besonders lange Frostperioden aufweisen, kann der vorsichtige Gärtner die Pflanzen mit etwas Tannenreisig oder einem Vlies abdecken und so für etwas Schutz sorgen.

Topf-Hortensien kriegen schneller kalte Füße, als ihre Kollegen, die in der Erde stehen. Deswegen sollte man die Pflanzbehälter im Herbst mit Kokosmatten oder in einer Holzkiste mit Rindenmulch vor dem Frost schützen und die Krone der Pflanze in Vlies einhüllen.
Die Pflanze sollte auf alle Fälle an einen windgeschützten und schattigen Ort auf der Terrasse gestellt werden, am besten eignet sich ein Platz direkt an der Hauswand.

Alles im allen ist die Hortensie ein recht problemloser Gartenbewohner, der für viel Freude sorgt: Wenn man die oben genannten Regeln befolgt, zeigt sich die Pflanze von ihrer besten Seite und bedankt sich mit einiger üppigen Blütenpracht.

PS: Wir haben noch ein kleines Goodie für alle Liebhaber der Hortensie, die oben gezeigte Grafik gibt es hier als Poster zum Download .>>>
So habt Ihr jederzeit einen Überblick über die wichtigsten Infos rund um die Hortensie

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